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Wilfried Behncke hat Glück im WTZ

Wilfried Behncke, Jens Krause und Günter Gern

Wilfried Behncke, Jens Krause und Günter Gern
Jobcenterchef Jens Krause (2.v.l) besucht Wilfried Behncke und Unternehmenschef Günter Gern im WTZ.
(FOTO: SEBASTIAN (MZ))

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DESSAU-ROSSLAU/MZ von SYLKE KAUFHOLD, 07.09.2010

Eines fällt sofort auf: Chef und Haustechniker behandeln sich gegenseitig mit Respekt und Achtung. Der eine schätzt die Arbeit des anderen. Günther Gern, Geschäftsführer des Wissenschaftlich-Technischen Zentrum (WTZ) in Roßlau, bestätigt diesen Eindruck. "Wilfried Behncke ist eine enorme Unterstützung für das Unternehmen, er arbeitet selbständig und ist sehr engagiert."

So viel Lob ist dem 58-jährigen Behncke dann aber doch peinlich. "Ich mache meine Arbeit und sehe, was zu tun ist", findet er an seiner Arbeitsweise nun gar nichts besonderes. Seit dem 1. Juli 2009 ist er beim WTZ Roßlau als Haustechniker beschäftigt. Instandhaltungs- und Grünpflegearbeiten an den beiden Standorten des Unternehmens in der Mühlenreihe und in der Liebknecht-Straße gehören zu seinen Aufgaben. Für den gelernten Betonfacharbeiter, der schon in vielen Unternehmen tätig war, keine Hürde.

Dass er noch einmal einen richtigen Arbeitsplatz haben würde, diese Hoffnung hatte der 58-Jährige schon aufgegeben. 1995 war er arbeitslos geworden, hatte sich seitdem mit verschiedenen ABM und anderen Maßnahmen über Wasser gehalten. 2006 hatte er das letzte Mal eine Tätigkeit. Als er vom Jobcenter gefragt wurde, ob er bei dem Förderprogramm für über 50-Jährige "Perspektive 50+" mitmachen wolle, "war das ein richtiger Glücksfall für mich".

Und auch Günther Gern spricht bezüglich dieses Programmes von einem Glücksfall. "Ich konnte mit dessen Hilfe dringend benötigte unternehmensinterne Dienstleistungen etablieren." Neben den beiden Haustechnikern hat das WTZ auch noch zwei Reinigungsfrauen eingestellt, die über das Programm gefördert werden.

Der Eingliederungszuschuss, den das Jobcenter für jeden Arbeitnehmer zahlt, sei die eine "schöne Sache". Gern hebt aber auch die Vorauswahl der Bewerber hervor, die vom Jobcenter getroffen wurde. "Mir wurden sechs Bewerber geschickt, und die waren alle hochwertig."

Jobcenterchef Jens Krause freut dieses Lob ganz besonders. Denn die bewerberorientierte Vermittlung und die persönliche Betreuung sei das große Plus dieses Programmes, schätzt er ein. "Wir haben ein extra Team von sieben Mitarbeitern gebildet, die sich ausschließlich um die 600 von uns ausgewählten Damen und Herren kümmern." Inzwischen habe sich - nicht nur an dieser Stelle - gezeigt, je geringer der Betreuungsschlüssel, umso erfolgreicher die Vermittlung. Insgesamt sind im Jobcenter Dessau-Roßlau 1 162 über 50-jährige Langzeitarbeitslose registriert.

Seit zwei Jahren gibt es dieses Programm, und Jens Krause hält es für eines der besten und sinnvollsten. "Wir können es uns einfach nicht leisten, auf die Erfahrungen und das Wissen der Älteren zu verzichten", mahnt er die Unternehmer angesichts des wachsenden Fachkräftemangels zum Umdenken an. Auch Wilfried Behncke versteht nicht, warum er und seinesgleichen nicht mehr gebraucht werden. "Es ist doch schade, wenn alles verloren geht, was wir mal gelernt haben, weil wir es nicht weitergeben konnten an Jüngere." Und noch eines möchte er den "Chefs" unbedingt sagen: "Die ich kenne, wollen alle arbeiten. Sie würden meine Stelle alle mit Kusshand nehmen."

"Wir profitieren von dieser Maßnahme, ich kann nur jedem Unternehmer raten, sich mit dem Jobcenter in Verbindung zu setzen. Es ist die richtige Stoßrichtung." Für Wilfried Behncke wurde der Glücksfall des Arbeitsvertrages inzwischen mit einem unbefristeten Vertrag gekrönt.

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